DANTE - Ein Bauer Ein Langzeit-Mulitmedia-Projekt 2018-2021 von  Kai-Uwe Schulte-Bunert

DANTE - Ein Bauer

Ein Langzeit-Mulitmedia-Projekt 2018-2021 von Kai-Uwe Schulte-Bunert

Vernissage:
Samstag, 21. Jan 2023 um 18:00 Uhr
Ausstellung:
Mo. 23. Jan 2023 bis Sa. 18. Feb 2023
Ausstellungsort:
Galerie Filser & Gräf | Galeriestr. 6 | 80539 München

Die eindrucksvolle Installation aus Fotografien von Kai-Uwe Schulte-Bunert und sein Dokumentarfilm „Not a single Day“, dokumentiert die Geschichte von Dante Menozzi, einem der letzten Protagonisten einer tradierten bäuerlichen Welt und seinen existenziellen Widerstand gegen die Veränderungen durch die groß angelegte Agroindustrie.

Nachdem sich Dantes Eltern erst 1963 aus der Mezzadria, einer italienischen Form der Leibeigenschaft, befreien konnten, pachteten sie ein kleines Gehöft (Bauzeit um 1900), auf welchem sie selbständige Milchbauern wurden.

Sieben Jahre später, im Alter von 14, entschied sich Dante, auch Bauer zu werden und ist es bis heute. Er war nie verheiratet, hat keine Kinder und führt den Hof seit über 30 Jahren komplett allein. Seine Methoden sind traditionell biologisch, der größte Teil ist Handarbeit. Seine 12 Kühe haben alle einen Namen, und ihre Milch, aus der Parmesan hergestellt wird, ist die beste weit und breit. Dante hat seit fast 50 Jahren täglich zwischen 12 und 18 Stunden gearbeitet und hatte nicht einen einzigen Tag frei. Er ist mit Leib und Seele Bauer und hat seine Entscheidung nie bereut.

Der Hof blieb seit 1963 nahezu unverändert. Die Besitzer, Großbauern vom anderen Ufer des Po, haben sich nicht um dessen Erhaltung gekümmert. Jetzt allerdings sollen Ackerland, Gebäude und Stall an Investoren verkauft werden. Dantes Pachtvertrag wird nicht verlängert. Er ist gezwungen, seine Arbeit einige Jahre vor dem geplanten Ruhestand aufzugeben und das Haus, in dem er praktisch sein ganzes Leben verbracht hat, zu verlassen.

Kai-Uwe Schulte-Bunert begleitet ihn in seinen letzten Jahren als Bauer und sieht diese Arbeit als Porträt eines Menschen und als Dokument einer aussterbenden, Umwelt und Tiere respektierenden Form der Landwirtschaft, und damit indirekt einer Entwicklung, die den Menschen immer weiter von der Natur entfernt.

Zur Idee des Dokumentarfilms sagt Kai-Uwe Schulte-Bunert:
"Dieser Film ist das Portrait eines Bauern. Die Idee dazu kam mir, als ich diesen äußerst interessanten Menschen kennen gelernt habe: Er heißt Dante Menozzi und lebt im Norden Italiens.

Die besondere Persönlichkeit dieses Mannes und seine Art zu leben, zu denken und zu arbeiten, haben mich von Beginn an tief beeindruckt, und ich bin sehr schnell zu der Überzeugung gekommen, ihn und seine Welt in Form eines Films dokumentieren zu müssen.

Der Film beschreibt durch ihn hindurch eine Form des Daseins, eigentlich eine ganze Welt, die tiefe Veränderungen erlebt und in weiten Teilen im Verschwinden begriffen ist. Auch wenn der Ort des Films nur ein Bauernhof mit ein paar Quadratmetern Land ist, so steht diese kleine Realität doch exemplarisch für die Geschichte und Gegenwart nicht nur der Region, in der er spielt, der Emilia Romagna, sondern einer Art zu leben, die eine fundamentale Grundlage des menschlichen Seins darstellt."



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