»Eine Handlungsreise« Franziska Meinert und Christa Filser

»Eine Handlungsreise« Franziska Meinert und Christa Filser

Vernissage:
Freitag, 15. Nov 2013 um 18:00 Uhr
Ausstellung:
Sa. 16. Nov 2013 bis Do. 12. Dez 2013
Ausstellungsort:
KUNSTDEPOT | Wilhelm-Riehl-Str. 13 | 80687 München


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Die Künstlerinnen Franziska Meinert und Christa Filser arbeiten beide in unterschiedlichster Weise mit dem Medium Papier. Darüber hinaus hinterfragen sie „Schein und Sein“ in den Grenzen der Realität. Dabei begeben sie sich auf fiktive Erzählstränge, die den Betrachter in bekannte und neue Welten entführen.

Franziska Meinert arbeitet mit unterschiedlichen Techniken und Medien: Fotografie, Zeichnung, Malerei, Film und skulptural, wie bei ihrer Serie „Ikonen der Kunst“. Aus Pappmaché und Farbe kreiert die Künstlerin Abbildungen, besser gesagt Charaktere von Künstlern, die die Zeitgeschichte geprägt und bestimmt haben.

Auf Grund der unverwechselbaren Attribute, die man mit einzelnen Künstlern verbindet und den erstaunlich heraus gearbeiteten Gesichtszügen, blühen die Skulpturen von Franziska Meinert lebhaft im inneren Auge des Betrachters auf.
Aber Franziska Meinert geht es nicht darum ein „Ebenbild“ zu schaffen. Vielmehr ist es das Modellhafte, das sie reizt. Und so bleibt das Material Papier immer spürbar und erkennbar. Die porträtierten, bereits verstorbenen Künstler haben einen festen Platz in der Kunstgesichte gefunden. Franziska Meinert hebt diese Ikonen nun gewissermaßen als Miniaturenkabinett modellhaft auf Sockel mit Regalperspektive.

Eine weitere erstaunliche Serie der Künstlerin sind Ihre Fotografien der „Filling Rooms, White Spaces“. Die Fotografien zeigen Modellräume von „white cubes“. Diese sind jedoch von der Künstlerin fiktive konzipierte Ausstellungsflächen, in die hinein Fotografien platziert wurden, die wiederum Modelle zeigen, welche in unterschiedlichen Kontexten Verwendung finden. Es werden Modelle konstruiert, die potentielle Räume eröffnen. Das jeweilige Modell wird ausdrücklich für ein fotografisches Bild erstellt, es bildet also eine Art „Vorwirklichkeit“, die nach der Aufnahme so nicht mehr existieren wird.

Die Künstlerin Christa Filser arbeitet ebenso vielfältig und bedient sich verschiedener Gattungen. Doch ihr Augenmerk liegt derzeit auf den Besonderheiten und Einzigartigkeiten des Mediums Collage. Auffallend ist hierbei vor allem, dass sie dabei das Malerische ebenso gekonnt einsetzt wie die exakten und hochpräzise bearbeiteten Fundstücke aus Zeitungen, Hochglanzmagazinen und Büchern.

Zentral in Christa Filsers Arbeiten steht der Mensch, bzw. das Menschenbild. Das Porträt lässt die Künstlerin nicht mehr los. Doch verwirft sie hierbei alle klassischen Grundregeln und konzentriert sich auf das Beziehungsgeflecht zwischen der sich selbstdarstellenden Ästhetik und den wahren, zerrissenen, inneren Zuständen der porträtierten Person.

Christa Filser formuliert durch den Einsatz des Zeichnerischen, Malerischen und Collagenhaften ihr eigenes Bild vom menschlichen Erscheinungsbild, dessen Unzulänglichkeiten und dessen eigenartigem und anerzogenem Verhalten zur indoktrinierten Ästhetik.

Und so entstehen fiktive, hybride und surreale Wesen, die meist losgelöst vom malerisch abstrakt angelegten und farbig leuchtenden Hintergrund, getrennt von ihrer Umwelt und nur auf sich selbst reduziert, agieren.

Die subtile und teilweise skurrile Umsetzung des Alltags, gepaart mit humoristisch gekonnt gesetzten Akzenten und leuchtender Farbigkeit verleihen den Arbeiten eine optische Leichtigkeit und verlieren dennoch nie an inhaltlich tiefgehender Bedeutung. Christa Filsers Protagonisten sind gefangen im Wechselspiel zwischen Voyeurismus und Exhibitionismus – unserem heutigen allgegenwärtigen medialen Verständnis von Selbstinszenierung.