Kurzbiografie
1966

geboren in Bad Arolsen


1992–98

Studium „Freie Kunst“ bei Prof. Kurt Haug, Kunsthochschule Kassel


1996

Ernennung zum Meisterschüler


1998

Lucas-Cranach-Förderpreis
Stipendium im Künstlerhaus Willingshausen


2001

Preisträger der „Darmstädter Sezession“


seit 1998

freier Künstler in Kassel und Berlin



Einzelausstellungen
2015

Galerie Filser und Gräf, München
Kunstverein Friedberg, Friedberg (K)


2014

thomas punzmann contemporary, Frankfurt (K)


2013

thomas punzmann fine arts, Frankfurt


2012

thomas punzmann fine arts, Frankfurt
Brüderkirche, Kassel


2011

Galerie Melchior, Kassel


2010

Galerie Rose, Hamburg (K)


2009

Galerie Liebau, Burghaun


2007

Galerie Rose, Hamburg (K)


2005

Kreishaus, Aurich


2004

Galerie Rose, Hamburg


2003

Galerie Liebau, Burghaun


2002

Idyllen, Galerie Melchior, Kassel


2001

Galerie Rose, Hamburg


2000

Ruhe auf der Flucht, Galerie Melchior, Kassel (K)


1998

Dogen, Galerie Melchior, Kassel
Köpfe-Häupter, Kulturbahnhof Kassel (mit Michael Fröhlich)
Gerhardt-von-Reutern-Haus, Willingshausen (K)



Gruppenausstellungen / Auswahl
2015

„Bilderbühnen“ Stadttheater Fürth, Fürth


2014

NordArt 2014, Kunstwerk Carlshütte Büdelsdorf (K)
Galerie Liebau, Burghaun


2013

„Vertikal“, Kulturbahnhof Südflügel Kassel
„Art-Imaginär 2013“, Herrenhof Mussbach a.d. Weinstr./Pfalz (K)
NordArt 2013, Kunstwerk Carlshütte Büdelsdorf (K)
„Landschaft“ Galerie Liebau, Burghaun


2012

Galerie Liebau, Burghaun
Pfälzer Sezession, Kunstverein Germersheim


2011

Lucas-Cranach-Preis, Kronach (K)
Kunsthalle macht Schule, Kunsthalle Darmstadt (K)
Galerie Rose, Hamburg (K)


2010

Klassentreffen, Galerie Liebau, Burghaun
Pfälzer Sezession, Städtische Galerie Speyer (K)


2009

Jahresausstellung der Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe Darmstadt (K)


2008

Galerie Melchior, Kassel
Kurt Haug und seine Meisterschüler, Wasserschloss Bad Rappenau


2006

Galerie Liebau, Burghaun


2005

Jubiläumsausstellung, Pfälzer Sezession, Städtische Galerie Speyer
Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Berlin (K)
Jahresausstellung der Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe Darmstadt (K)


2004

Spektrum Kunstlandschaft, Hessische Landesvertretung, Berlin (K)
12 Positions, Chateau de Vaudremont, Frankreich


2003

Jahresausstellung der Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe Darmstadt (K)
Galerie Reich, Köln
Spektrum Kunstlandschaft, Palais Liechtenstein/Österreich


2002

Spektrum Kunstlandschaft, Europäische Akademie für Bildende Kunst, Trier


2001

Kunstpreis „Darmstädter Sezession“, Fachhochschule für Gestaltung, Darmstadt (K)
Spektrum Kunstlandschaft, Kunsthalle Darmstadt (K)
Zippel-Preis-Verleihung, Neue Galerie, Kassel


1998

Frauenbilder/ Lucas-Cranach-Preis, Kronach (K)




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Im tiefen Grund
Arne Saknussem spielt eine ungewöhnliche Rolle in Jules Vernes Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Als Forscher des 16. Jahrhunderts machte er eine mysteriöse Entdeckung, verschwand jedoch kurz vor seinem wissenschaftlichen Durchbruch. 200 Jahre später folgten weitere Wissenschaftler seinen Spuren zu dem isländischen Vulkan, dessen Schlot direkt zum Mittelpunkt der Erde führen sollte.

Saknussem ist eine Romanfigur, nicht existent, rätselhaft und gerade deshalb die ideale Figur für Michael Fieseler. Seltsam konzentriert und introvertiert stehen, sitzen und knien Michael Fieselers Figuren auf pflanzenartigen Gewächsen. Sie inspizieren, stochern, spritzen, bohren in der farblich hochexplosiven Landschaft. Überdimensionale gelbe und grün-fleischige Blätter im Bildvordergrund, die in ihrer runden, nach oben dringenden Form an Seerosen oder auch Korallen erinnern, ziehen den Betrachter in den Bann der seltsamen Entdeckungen.

Schrittweise baut der Künstler eine neue Welt auf: Mit sehr feinem und lasierendem Pinselstrich stellt er zunächst die organischen Gebilde dar, aus denen dann die teils realistisch dargestellten Personen herauszuwachsen scheinen. Anschließend deutet er im Mittelgrund profane Materialien wie Holz, Fell oder Stoff an.

Die meist männlichen Personen sind entweder in Rückansicht dargestellt, vom Betrachter weggeneigt oder ihre Gesichter sind nicht sichtbar. Ihnen gemeinsam ist, dass sie in Kontemplation versunken scheinen, auch wenn sie in Aktion dargestellt sind. Der Betrachter wird dadurch jedoch nicht ausgegrenzt, vielmehr aufgefordert einzutreten in die stille Welt der Illusion.

Michael Fieseler hat sich in seiner neuen Serie mit dem Thema Forschung und Forscherpersönlichkeiten beschäftigt. Wobei hier nicht das wissenschaftliche Ergebnis, sondern das Mysterium der Entdeckung, die häufig romantisch anmutenden Reiseaufzeichnungen und die heldenhaften Fotografien im Fokus des Künstlers standen.

Es sind zum Beispiel die Bilder, die um die Welt gingen – von der Antarktis-Expedition Scotts und Amundsens oder des deutschen Tiefseetauchers Hans Hass – die der Betrachter schnell wiedererkennt. Der Künstler schöpft aus einem Bildrepertoire, das uns ebenso prägte und prägt – gibt es doch unzählige Reportagen, Dokumentationen und Filme über die großen Reisen der Forscher.

Michael Fieseler setzt jedoch die berühmten und medial präsenten Motive in realitätsferne, utopische Landschaften, wobei der bedeutungsvolle, emotionale und dramatische Moment, einem Historienbild gleich, häufig in der Bearbeitung des Hintergrunds deutlich wird: Weiße, gelbe bis dunkelgraue Cumuluswolken schneiden bedrohlich den Himmel und senken sich auf die Szene, ein großes Gewitter prophezeiend.

In seinem Bildrepertoire befinden sich ebenso unbekannte Entdecker. Da sitzt ein kleiner Junge in einem Blumenmeer und stochert in den durchscheinenden Wasserstellen. Da bohrt ein Mann in einer ominösen Lichtquelle. Und wieder in einem anderen Bild beraten zwei Männer über ein Fell streichend. So stellt der Künstler die Welt der Entdecker dar, wobei in jedem ein Entdecker steckt und der Entdecker auch durchaus jemand in legerer Cargohose und T-Shirt sein kann.

Die Modelle entnimmt der Künstler seinem persönlichen Umfeld, so bilden neben Publikationen, Postkarten und Filmen auch Familienfotografien sein Repertoire. Immer wieder mischen sich auch Motive aus seinen früheren Werken ein und formen einen fast unscheinbaren Mittelpunkt.

Die Pelzkappen, an altertümliche Helme erinnernd, scheinen auf einigen Bildern das sinnlose Geschehen zu beobachten und stellen gleichzeitig die unverwechselbare Handschrift Fieselers dar. Sie helfen nicht, die Bilder zu entschlüsseln, verrätseln sie vielmehr und helfen, eine Utopie zu generieren, die den Betrachter hineinzieht in das Mysterium der Entdeckung.
Raluca Pora
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