Kai-Uwe Schulte-Bunert, Heiko Räpple -  Die Tiefe der Räume

Kai-Uwe Schulte-Bunert, Heiko Räpple - Die Tiefe der Räume

Vernissage:
Freitag, 11. Nov 2011 um 18:00 Uhr
Ausstellung:
Sa. 12. Nov 2011 bis Di. 31. Jan 2012
Ausstellungsort:
KUNSTDEPOT | Wilhelm-Riehl-Str. 13 | 80687 München


>> Flyer als PDF DOWNLOAD
>> Eventanmeldung über Facebook
Mit der Ausstellung „Die Tiefe der Räume“ zeigt die Galerie Filser & Gräf Fotografien von Kai-Uwe Schulte-Bunert und Skulpturen von Heiko Räpple. Beide Künstler fordern den Betrachter auf, das zuerst ästhetisch empfindende Wohlgefallen reflektierend zu hinterfragen.

Kai-Uwe Schulte-Bunert fotografiert Landschaften. Bebaute Landschaften die vielleicht eher als erbaute Landschaften bezeichnet werden sollten. Sie sind einzigartig schön und verstörend zugleich. In seinen Arbeiten sind Erinnerungen verankert, die wir alle kennen und doch nicht greifen können. Die Farben sind reduziert, der Himmel in diffuses, absorbierendes Licht getaucht. Kai-Uwe Schulte-Bunert eröffnet uns einen Raum, der ohne Schatten, ohne Zeit und Funktion erscheint.
Die Anwesenheit der Abwesenheit prägte immer schon Kai-Uwe Schulte-Bunerts fotografische Serien. Auch in seinen neuen Arbeiten ist der Mensch als Verursacher dieser Landschaften nicht anzutreffen, dennoch ist er allgegenwärtig. Letztendlich ist es seine Handschrift, die diese Landschaften geformt und geordnet hat. Die Ordnung im Sinne einer ökonomisch funktional bestimmten Intention trifft auf die Natur, die ihren eigenen Gestaltungswillen von Wachstum, Vergehen und Sedimentierung hat.
Kai-Uwe Schulte-Bunert will nicht vergegenwärtigen oder einen Moment für die Ewigkeit einfrieren, sondern er bleibt der außenstehende Flaneur. Seine Landschaften sind aus jeder Wahrnehmung entrückt und zur Ruhe gebracht. Sie wirken auf den ersten Blick wie Stillleben, denen jedoch in ihrer irritierenden Leblosigkeit und Reduziertheit eine Strukturierung des Raumes innewohnt.

Heiko Räpples Skulpturen konfrontieren ebenfalls den Betrachter auf den ersten Blick mit einer ästhetischen Komposition. Die Kraft und Dynamik der abstrakt expressiven Kompositionen sind jedoch durchaus subtil zu bewerten.
Bei näherem Hinsehen wird nicht nur das Kräftespiel deutlich, sondern auch die üblicherweise versteckte Unterbaukonstruktion. Die Rückseite wird wie bei freistehenden Skulpturen sichtbar und die Arbeitsschritte werden nachvollziehbar. Somit hinterfragt Heiko Räpple skulpturale und graphische Elemente sowie die gewöhnliche Handhabung der Materialien. Seine Wandreliefs werden auf diesem Wege raumgreifende Arbeiten, die wie Architekturelemente erscheinen.
Darüber hinaus bedient sich Heiko Räpple konsequent dialektischer Paare: Weich und Hart, leicht und schwer, Außen und Innen, Positiv und negativ, disparat und harmonisch. An sich Statisches wirkt dynamisch und Gips kann haptisch wie Beton erscheinen. Durch dieses gekonnte Verwirrspiel zwischen Material- und Motivsprache erreicht Heiko Räpple eine auf den ersten Blick ästhetische Lösung, die einen aber nach einiger Zeit irritiert in den Diskurs über Plastizität hineinwirft.
Sabrina Duchow, Kunsthistorikerin M.A.

Bilder zur Ausstellung