KURZBIOGRAFIE
1969

geb. in Cham/Oberpfalz


1992

Auslandsaufenthalt an der „Ecole des Beaux Arts“, Clermont-Ferrand, Frankreich


1993-99

Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München,
Meisterschülerin bei Prof. Jerry Zeniuk


1996

Auslandsaufenthalt an der „Accademia di Brera“, Mailand, Italien


2000

Diplom
Studium am Chelsea College of Art and Design, London


2001

„Master of Arts“



PREISE UND STIPENDIEN
2008

Teilnahme am Programm ISCP (International Studio and Curatorial Program), New York


2008

USA-Stipendium des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst


2007

Bayerischer Kunstförderpreis 2007


2006

Aufenthalt im Künstlerhaus Schloss Plüschow, Mecklenburg


2004

Förderung durch die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung
Kahnweilerpreis für Malerei


2003

Aufenthalt am „Virginia Center for the Creative Arts“, USA


2000

DAAD-Jahresstipendium für London


1992

Neumüller-Stipendium der Stadt Regensburg



EINZELAUSSTELLUNGEN
2010

“SUN IN MY MOUTH”, Heidi Cho Gallery, New York


2009

„Maß nehmend“( mit Siegfried Kreitner), Kunstverein Kirchzarten
„Treffpunkt Kunst“, bauverein Darmstadt
„Auf dem Weg“, e.on Bayern, Regensburg
„Continuing…“ Performance mit Patricia Weiss, Tanz, exZKMax (Maximiliansforum), München


2008

“Auf dem Weg”, e.on Bayern, Regensburg
„Der linke und der rechte Winkel“,(mit Siegfried Kreitner), Cordonhaus Cham
„Musterungen“, OSRAM Gallery, München


2007

„zusammen räumen“ (mit Siegfried Kreitner),Kunstverein Landshut (K)
„weiter“, Galerie Claus Semerak, München
Galerie Halle II, Alter Schlachthof, Straubing
Kahnweilerhaus Rockenhausen


2006

„Kunst bei der Regierung“, Regierung der Oberpfalz, Regensburg
„Kunst im Abgeordnetenbüro“, Abgeordnetenhaus des Landtags Mainz
Galerie Klatovy/ Klenova (mit Siegfried Kreitner), Tschechische Republik
„zusammen räumen“ (mit Siegfried Kreitner), Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen, (K)


2005

„Bilder von der Rolle“, Museum Moderner Kunst Stiftung Wörlen Passau (K)


2004

„zusammen räumen“, Galerie Royal (mit Siegfried Kreitner), München
Galerie Tobias Schrade (mit Siegfried Kreitner), Ulm


2003

Galerie Katia Rid (mit Siegfried Kreitner), München



GRUPPENAUSSTELLUNGEN / AUSWAHL
2009

„Aus Wasser entstanden – Aquarelle“, Sparkassenzentrale Regensburg
„Malerei ist immer abstrakt“, Gegenwartskunst aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne, Glaspalast Augsburg


2008

"Bayerische Kunstförderpreis 2007", Galerie der Künstler, München
"Farbpracht" ("mit Alexandra Deutsch, Esther Zellmer), Kunstverein Ebersberg


2007

„x-tra“, Galerie Claus Semerak, München
„neu kombiniert“, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern


2006/7

„Neuerwerbungen“, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern


2006

„voneinsaufzweiaufdrei“ (mit Ester Zellmer, Silvia Ried), Kulturwerstatt Haus 10. Fürstenfeldbruck


2005

„Universal Painting“, Kunstmuseum Guangdong Kanton, Hubei Art Institute Wuhan,
Duolun Museum Shanghai, white space gallery Peking, China (K)
“Furth”, Künstlerhaus Schwandorf (Katalog)
“munich school?”, Neuer Kunstverein Aschaffenburg
“munich school?”, Museum Katharinenhof, Kranenburg
„In der neuen Mitte Europas“, (mit Helmut Sturm, Michael Rittstein, Pavel Roucka, Stuart Diamond,
Peter Wayne Lewis) Kunstprojekt Eschlkam 2005


2004

„Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2004“, Saarbrücken, Trier und Ludwigshafen(K)
„6 x 1“, Galerie Katia Rid, München
Jahresgaben, Kunstverein München


2003

„Kunstpreis Junger Westen 2003“, Recklinghausen (K)


2001

„DADADA“, Ausstellung der DAAD-Stipendiaten im Rahmen der Deptford X, London


2000

„Arti visive 3 - l´occhio in ascolto“, Sala della grida, Genua (K)



ARBEITEN IN ÖFFENTLICHEN UND PRIVATEN SAMMLUNGEN
- Hypo-Kulturstiftung München Bayerische Staatsgemäldesammlung
- Artothek München Commerzbank (ehem.Schmidt-Bank), Furth i. Wald
- BMW AG München Activest Investmentgesellschaft, München
- Landratsamt Cham Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
- Künstlerhaus Schwandorf (Kebbel Villa) Kunstmuseum Guangdong, Kanton, China

KUNST UND BAUEN
- „Schichtwechsel“ (mit Siegfried Kreitner), Institut für Schicht- und Oberflächenanalytik
(Technische Universität), Kaiserslautern, 2008
- „Farbpracht“, Wandmalerei für den Erweiterungsbau des FOS/BOS Cham (Direktauftrag), 2009
- „Übersprung“, Wandmalerei für den bauverein darmstadt, 2010
- Schloss Neudrossenfeld, 2010
- „TWIST!.“, Kindergarten mit Jugendtreff An der Schäferwiese, QUIVID, Landeshauptstadt München, 2010


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BILDER OHNE KONTEXT - BILDER MIT KONTEXT
Zur Ausstellung Annegret Hoch - Musterungen

Annegret Hochs Malerei kann man auf zweierlei Weisen betrachten. Es gibt sozusagen zwei Optiken, durch die man ihre Arbeiten sehen kann, und entsprechend gibt es zwei unterschiedliche Bilderlebnisse. Im Dialog mit ihren außerbildlichen Zusammenhängen werden sie zu Interpretationen, die das Erfassen des Raumes erweitern. Auf den ersten, unmittelbaren Blick sieht man zunächst Farbe in pinselstrichstarken Linien und Schwüngen, die sich auf den Malgrund legt. Das kann ein weißes Papier sein, die Vorder- oder Rückseite einer gemusterten Tapete, Leinwand, bedruckter Musterstoff oder eine Wandfläche. Ohne Verweis auf einen äußeren Zusammenhang, setzt Hoch darauf ihr unmittelbares, anschauliches und künstlerisches Spiel frei. Die Farbe ist dabei gegenständliche Spur der Malbewegung. In diesem Zusammenspiel der Farbformen bilden sich kontinuierlich neue Konstellationen und Gesten, ergeben sich immer wieder neue Beziehungen untereinander, neue Abfolgen einer räumlichen Ordnung der gestaltenden Elemente. Im reinsten Sinne schafft Annegret Hoch damit einen ästhetischen Bildraum. Undogmatisch verhandelt sie dabei zwischen zwei gegensätzlichen Kunstpositionen: Sie verbindet in ihren Arbeiten die Ausdruckskraft gegenstandsloser, expressiver Farbmalerei mit der strengen Klarheit und Reduktion minimalistischer Kunst.

Die intensive, allein auf den Ausdruck der Farbe konzentrierte Malerei, die der Amerikaner Jerry Zeniuk an der Münchner Akademie lehrt und dabei immer wieder deren emotionale, vorbegriffliche und unmittelbare Wirkungskraft betont, bildet den Ausgangspunkt der eigenen künstlerischen Entwicklung Hochs, die Meisterschülerin bei Zeniuk war. In ihrer Weiterentwicklung versucht Hoch darüber hinaus zu gehen, und verbindet die Farbwirkung mit klaren, strukturierenden Formen. Hoch stellt eine Beziehung zwischen Bild und Raum her.

Der connecting link, das Bindeglied zwischen Farbe und Form, sind handelsübliche Tapeten. Mit diesen banalen, in ihrer Gestaltung eher altmodisch anmutenden Musterpapieren beginnt Hoch 2003 während eines USA Aufenthaltes zu experimentieren. Zunächst verwendet sie die Rückseiten der Tapeten und nutzt die lange Papierbahn als in ihrer Begrenzung ausgedehnten Bildgrund. Sie beginnt sich von dem Musterrand auf der Rückseite – die Tapeten werden vom Hersteller jeweils am oberen Rand in einem 10 cm breiten Streifen umgeschlagen - anstiften zu lassen. Hochs malerische und vor allem eigenmächtige Forterzählungen dieser Ornamente, fügen der Regelhaftigkeit und den immer gleichen Musterungen eine spezifische Geste hinzu. Die vorgefundenen Muster werden – wie etwa in der Serie “weiterzeichnen” -, aufgelöst in einer Malerei, die aus dem beliebigen Ornament eine authentische Form entstehen läßt. Hochs Dialoge zwischen der Vorlage, die jeweils - wie sie es nennt - der „Malanlass“ ist, und ihrem künstlerischen Eingriff, lösen die Entwicklung neuer Formen aus, und stellen ihr eigentliches Anliegen dar: In Beziehung zu treten, Beziehungen zu stiften, die die eigene Qualität künstlerischer Mittel zum Tragen bringen.

Hochs Arbeiten haben zugleich immer auch konkrete Raumbezüge. Und damit beginnt der Blick durch die zweite Optik. Hochs Malerei bezieht sich ebenso auf Naturphänomene wie auf architektonische Räume, die zur Inspiration werden. Auf der bereits erwähnten USA Reise begegnet die Künstlerin 2003 in den Schriften der amerikanischen Malerin Agnes Martin einem Satz, der sie tief beeindruckt: “I would like to paint the horizont without limit” (Agnes Martin,1912-2004). Dieser Satz bringt das Paradox zwischen Vorstellungsmöglichkeit und Darstellungsmöglichkeit auf den Punkt. Das Bild der endlosen Horizontlinie, das Agnes Martin mit ihrer Benennung eines künstlerischen Scheiterns voranstellt, wird zum Thema von Hoch. Auf der selben Reise stößt sie bei der Suche nach günstigem Malgrund auf eine Rolle Tapete, die der Idee der endlosen Zeichnung auf ihre Weise entgegenkommt. Hoch beginnt, mit der Idee unendlicher Landschaftslinien zu experimentieren. In humorvoller Widerständigkeit hält sie dabei trotz Kritik an der Mustertapete fest, baut ihre reaktive Malerei durch den Einbezug großformatiger gemusterter Stoffhintergründe noch aus.

In ihrer Uminterpretation grafischer Muster, barocker Deckenstuckgestaltungen oder in ihren Wandarbeiten, in denen sie Bezug zum Umfeld nimmt, kommen narrative Aspekte zum Ausdruck. In einem jüngsten Experiment dazu verbindet Hoch ihre Malerei mit Tanz. Bei einem erneuten Aufenthalt in den USA entstand in einer Kooperation mit der in New York lebenden Tänzerin Patricia Weiss am 2.9.2008 im ISCP (International Studio & Curatorial Program) in Brooklyn eine Aufführung, in der die Malerei Hochs von der Tänzerin in ihren Bewegungen nacherzählt wurde. Die ästhetische Spur des Bildes wurde unmittelbar in den Galerieraum zurückgetragen.
Eine Erzählung ohne die gewohnten Plots, die gerade deshalb der Wahrnehmung des Raumes eine reizvolle, erweiternde Dimension hinzufügt.
Diana Ebster, OSRAM ART PROJECTS 2008
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